Die moderne Literaturwissenschaft hat sich von der simplen Gleichsetzung von Autor und Text längst verabschiedet. Roland Barthes proklamierte 1967 den Tod des Autors: Bedeutung entsteht nicht durch die Absicht des Verfassers, sondern im Akt des Lesens. Jeder Text ist ein Geflecht von Zitaten und Anspielungen auf andere Texte – das Phänomen der Intertextualität. Julia Kristeva prägte diesen Begriff, um zu beschreiben, wie Texte andere Texte absorbieren und transformieren. Literarische Werke gewinnen ihre Bedeutung aus dem Netz der Texte, in das sie eingebettet sind. Das Konzept der Dekonstrukti
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